Zielgruppe Ärzte

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Mit Ärzten reden:
Wie erreiche ich meine Zielgruppe – auch während der Pandemie?

Eine effiziente und nachhaltige Kommunikationsbeziehung zur eigenen Zielgruppe aufzubauen ist nicht einfach. Ärzte und Apotheker gelten dabei als besonders anspruchsvoll. Kommunizieren Sie also nicht einfach ins Blaue, sondern über die optimalen Online- und Offline-Kanäle für Ihre medizinische Zielgruppe. Wir fassen zusammen, was es dabei zu beachten gilt – besonders wenn in Corona-Zeiten persönliche Kontaktmöglichkeiten ausbleiben.  

Darum sind Mediziner immer mehr im Netz

Aktuell gibt es rund 392.400 Ärzte in Deutschland1. Im Mittel arbeiten sie 48 Stunden in der Woche und haben trotzdem nur knapp acht Minuten pro Patient2. Da kommt jede Zeitersparnis nur recht und online ist einfach schneller als offline – ob bei der Recherche, dem Informationsaustausch mit Kollegen oder der Nutzung telemedizinischer Applikationen. Gleichzeitig bieten Online-Anwendungen natürlich auch einen infektionssicheren Kommunikationsweg während der Pandemie. Solange etwa Tagungen und Kongresse nicht stattfinden können, werden digitale Alternativen genutzt. Konzepte, die heute aus der Not geborenen werden, könnten nach der Krise wertvolle Ergänzungen zu persönlichen Treffen werden.

Fachmedien als traditionelle Informationsquelle

Aktuelle Umfragen zeigen, dass Fachzeitschriften immer noch wichtige Informationsquellen für Ärzte sind.  Die Studien der LA-Med untersuchen in regelmäßigen Abständen die Reichweite medizinischer Fachtitel, unterteilt nach Spezialisierung der Ärzte und des pharmazeutischen Personals. Dabei zeigt sich etwa dass nach wie vor die meisten Allgemeinärzte und Internisten regelmäßig Fachzeitschriften lesen (92,1%)3. Zusätzlich beeinflussen diese das Verhalten ihrer Leser stark: mehr als 80% der Befragten zogen etwa nach der Lektüre neue Therapien in Betracht, 68% nahmen an Weiterbildungsmaßnahmen teil, 66% sprachen daraufhin einen Pharmareferenten an3. Damit sind Fachzeitschriften für die Ansprache einer medizinischen Zielgruppe weiter hochrelevant.

Mediziner im digitalen Neuland

Trotz der nicht zu vernachlässigenden Relevanz traditioneller Print-Angebote entwickelt sich der Trend hin zu digitalen Angeboten wie ePapern, Newslettern, Foren-Diskussionen oder Apps. Zwar erreichen solche Formate bisher erst 63,8% der Befragten3, dieser Wert stieg jedoch in den letzten Jahren immer weiter an. In einer Umfrage der Ärzte-Community Coliquio gaben zum Beispiel zwei Drittel der Befragten an, dass sie (auch) digitale Materialien zur beruflichen Information nutzten (siehe Grafik)2. Im Schnitt verbringen alle Umfragen-Teilnehmer über eine Stunde pro Tag mit der Online-Recherche und das zunehmend mit dem Smartphone oder Tablet2.

© Coliquio 2018.

Entwicklungen während der Pandemie

Wahrscheinlich hat sich die Internet-Nutzung der Mediziner seit Beginn der Corona-Krise noch verstärkt. Denn das Bedürfnis nach verlässlichen und schnell verfügbaren Informationen ist gerade jetzt enorm. Besonders Online-Angebote wie aerzteblatt.de oder zm-online.de erfahren in den letzten Wochen stark wachsende Besucherzahlen, darunter viele Fachärzte4. Auch die Telemedizin befindet sich aktuell im rasanten Aufschwung und es scheint trotz aller früherer Bedenken zu funktionieren5.

So erreichen Sie Ärzte im Web

  • Platzieren Sie Ihre Inhalte in Anzeigen oder Advertorials in Facharzt-Newslettern: So sprechen Sie verschiedene Ärzte-Zielgruppen ohne Streuverluste an, auch ohne persönlichen Kontakt.
  • Nutzen Sie Anzeigeflächen in der Arzneimittel- und Verordnungsdatenbank: Damit bringen Sie Ihre Produkte direkt ins Blickfeld des Arztes während der Verordnung.
  • Stellen Sie Ihre Inhalte auf allen Geräten optimal in Szene: Der Einsatz des eigenen Smartphones wird immer beliebter. Alle Webseiten sollten also ein responsives Design haben und inhaltlich auf mobile Lesbarkeit optimiert sein.
  • Lassen Sie sich auf den Dialog ein: Ärzte-Communities wie Coliquio, Hippokranet oder auf kleine Fachbereiche spezialisierte Netzwerke ermöglichen es, den Diskurs um das eigene Unternehmen oder Produkt aktiv mitzugestalten.
  • Bringen Sie durch Apps ihre Inhalte in die Kitteltasche: Mehr als die Hälfte aller befragten Ärzte nutzen täglich Apps im Beruf. IFAP Arznei aktuell, die Gelbe Liste Pharmindex und Arzneimittel Pocket werden aktuell am intensivsten genutzt2.
  • Stellen Sie Ihre Informationen On Demand zur Verfügung: Gerade termin- und ortsgebundene Inhalte wie Kongresse erreichen mehr Personen, wenn sie im Anschluss online verfügbar sind.
  • Planen Sie langfristig: Eine Kommunikations-Strategie, welche die Stärken digitaler Kanäle berücksichtigt, wird auch nach der Pandemie bedeutsam bleiben.

Nutzen auch Sie aktiv digitale Kanäle, um Ärzte mit relevanten Informationen zu unterstützen. Unser Team von Convergo ist spezialisiert auf die Konzeption und Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen in medizinischen Themen. Wir helfen Ihnen gerne dabei, Ihre Zielgruppen optimal anzusprechen.

(1) Statista.com: Statistiken zum Thema Ärzte. (2) Coliquio: Deutschlands Ärzte 360°. Aktuelle Zahlen zur Zielgruppe Arzt. Nathalie Haidlauf 2018.
(3) API-Studie: LA-MED 2019.
(4) Health Relations:COVID-19: Wie Sie Ihre Zielgruppe über den Deutschen Ärzteverlag erreichen, März 2020.
(5) „ÄrzteTag“-Podcast: Pusht die Corona-Krise die Telemedizin? Mai 2020.

Augmented Reality

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Trends in der Wissenschaftskommunikation – Augmented Reality

We envision that this groundbreaking new way of visualizing scientific data will change the way findings are communicated.

Arthur Toga, Direktor des Instituts für Neuroimaging and Informatik an der Universität Südkalifornien

Augmented Reality (AR) macht komplexe wissenschaftliche Inhalte leichter verständlich und in drei Dimensionen erfahrbar. Diese Tatsache verspricht ein großes Potential für Anwendungen innerhalb der Wissenschaft. Aber AR kann auch für breite Zielgruppen einen spielerischen Zugang zu sonst schwer erfassbaren Informationen gewähren. Die App Schol-AR macht vor, wie es geht.

Was ist Augmented Reality?

AR beschreibt eine Sammlung von Technologien, welche die reale Umgebung des Nutzers mit einem computergenerierten Bild überlagern1. Im Gegensatz zu Virtual Reality (VR) kann der Betrachter seine eigentliche Umwelt dabei noch wahrnehmen. Auf einem Smartphone- oder Tablet-Bildschirm wird eine Kameraaufnahme der Realität durch weitere visuelle, auditive oder haptische Eindrücke ergänzt. Die betrachteten Simulationen werden dreidimensional dargestellt und in Echtzeit an die Bewegungen des Nutzes angepasst. So entsteht ein interaktives Erlebnis, das abstrakte Daten und Grafiken anschaulich macht2.

Benutzung Augmented Reality App auf einem Tablett zum Untersuchen eines Anatomie-Modells des Menschen

Beispiel für die Verwendung einer Augmented-Reality-App: Man hält das Tablet vor das Anatomie-Modell und erhält weitere Informationen zu einzelnen Organen. 

Welche Chancen bietet AR?

Unser Gehirn ist daran gewöhnt, dreidimensionale Objekte wahrzunehmen. Darum sind AR-Darstellungen oft intuitiver als 2D-Bilder und werden seltener missverstanden. AR bietet zudem interessante Möglichkeiten, teure oder aufwändige Experimente zu ersetzen: Mikroskopisch kleine Objekte können dabei ebenso gedreht und von allen Seiten betrachtet werden wie astronomisch große. Dabei braucht man für AR weder leistungsstarke Grafikkarten noch teure VR-Headsets – ein einfacher Handybildschirm genügt. So kann eine einmal erstellte Simulation von breiten Zielgruppen unkompliziert und zeitgleich von Zuhause aus betrachtet werden. Gleichzeitig entstehen Schwindelgefühle oder „Motion-Sickness“ wie bei manchen Virtual Reality-Anwendungen.

Die App konnte erstmals bei einem in Nature Neuroscience erschienenen Paper getestet werden, was dabei passiert, sieht man im Video.

Anwendungen

In den letzten Jahren haben sich viele verschiedene Anwendungsfelder für AR gezeigt: Schüler und Interessierte betrachten einzelne Zellen von allen Seiten oder folgen einem Medikament durch die Blutbahnen. Chirurgen lassen sich Anleitungen für komplizierte Operationsschritte direkt auf dem Patienten einblenden. Wissenschaftler verstehen Strömungsdynamiken anhand von 3D-Simulationen ebenso wie Architekten strukturelle Eigenschaften von Gebäuden.3 Bisher sind das allerdings alles noch spannende Einzelfälle. Weite Verbreitung findet AR bisher vor allem in populären Spielen wie Pokémon Go.

Die App Schol-AR macht’s vor

Wissenschaftler der University of Southern California (USC) haben eine Smartphone-APP namens Schol-AR entwickelt. Ein einfacher QR-Code reichert etwa Poster, Veröffentlichungen und Präsentationen um AR-Animationen an: App-Benutzer können die Darstellungen an ihrem Smartphone vergrößern, drehen und erkunden, sodass ein realistischeres Bild der zugrundeliegenden Daten entsteht. Arthur Toga, Direktor des Instituts für Neuroimaging und Informatik am USC erklärt: “Science generates very complicated data sets, and we shouldn’t just reduce them to two-dimensional pictures on a piece of paper”.4 Zukünftig ist auch eine Begleitanwendung geplant, mit der Forscher und Wissenschafts-Kommunikatoren selbst interaktive Grafiken in ihre Materialien einbetten können5.

Insgesamt entstehen aus den neuen Technologien rund um Augmented Reality viele Möglichkeiten für die Wissenschaftskommunikation. Interaktive Simulationen können Verständnis fördern und Begeisterung wecken. Damit eignen sie sich sowohl für Fachpresse und Lehre als auch für breite Laien-Kommunikation. Bisher werden solche Technologien nur sporadisch und vor allem in Laboren eingesetzt. Manche Verfechter prophezeien aber, dass AR in den nächsten Jahren ein Standardwerkzeug der Wissenschaftskommunikation werden könnte.

Bleiben Sie mit unserem Convergo-Team auch über andere Trends in der Wissenschaftskommunikation auf dem Laufenden. Zum Beispiel bieten auditive Medien wie Podcasts ebenso interessante neue Möglichkeiten.

(1) Son-Lik Tang ; Chee-Keong Kwoh et al. (1998): Augmented reality systems for medical applications. In: IEEE Engineering in Medicine and Biology Magazine (17/3).
(2) Gregory Kipper (2013): What Is Augmented Reality? In: Augmented Reality, Seite 1-27.
(3) Alan B.Craig, William R.Sherman et al. (2009): Science Applications. In: Augmented Reality, Seie 109-143.
(4) Beatrice Gao (2019): Augmented reality app helps scientific communication among scholars. In: USC Annenberg Media.
(5) Schol-AR: Augmented Reality for Scholarly Research & Communication.

Ansätze der Impfstoff-Entwicklung

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Auf dem Weg zum Corona-Impfstoff:
Ansätze aus der Forschung

Einige Dutzend Firmen und Institute suchen auf der ganzen Welt nach einem Impfstoff gegen das neue Corona-Virus. Welche Strategien und Ansatzpunkte sie bei der Impfstoffentwicklung verfolgen und welche davon vielversprechend sind, erfahren Sie hier.

Die aussichtsreichsten Kandidaten

An einem SARS-CoV-2-Impfstoff forschen derzeit laut WHO über 54 unterschiedliche Projekte, von denen acht bereits erste klinische Studien an Menschen durchführen: In Deutschland testen die biopharmazeutische Unternehmen CureVac und BioNTech ihre Wirkstoffe. In Australien die University of Queensland. Gleich vier US-amerikanische Studien laufen für die Biotechnologie-Firmen Moderna, Inovio und Novavax, sowie die Oxford University. Zusätzlich sind zwei chinesische Projekte der Firmen Fosun Pharma und CanSinoBIO weit fortgeschritten.1 Da die Bewilligung für neue Studien gerade ungewöhnlich schnell abläuft, kommen ständig weitere Untersuchungen dazu.

Impfstofftypen

Es gibt drei verschiedene Typen von Impfstoffen, die für den Sars-2 Coronavirus vielversprechend sind. Sie alle sollen das Immunsystem eines Patienten auf eine Virus-Infektion vorbereiten. Neben den beiden traditionellen Verfahren der Herstellung von Lebend- und Totimpfstoffen, hat sich in den letzten Jahren noch ein dritter Ansatz etabliert, der in der aktuellen Pandemie zum ersten Mal für einen Impfstoff angewendet werden soll: genbasierte Impfstoffe. Die Funktionsweise der drei Ansätze ist dabei ebenso unterschiedlich wie deren jeweiligen Stärken und Schwächen:

1. Totimpfstoffe

In dieser ältesten und einfachsten Form der Impfstoffentwicklung werden Erreger zum Beispiel mit chemischen Mitteln inaktiviert oder mit Hitze abgetötet (Inaktivierte Ganzpartikelimpfstoffe). Diese harmlosen Viren vermehren sich im Körper nicht, lösen aber trotzdem eine Immunreaktion aus. Teilweise werden nur bestimmte Proteine der Virusoberfläche (Spaltimpfstoffe) verimpft, welche die Bildung von Antikörpern anregen. Wenn nicht der Erreger selbst, sondern dessen Gifte die Krankheitssymptome verursachen, können auch entgiftete Toxine der Mikroorganismen (Toxoide) verwendet werden.
Totimpfstoffe sind tendenziell besser verträglich als Lebendimpfstoffe und können nicht mutieren. Die Massenproduktion von Impfdosen ist aber eher aufwändig und es könnten Nachimpfungen nötig werden, da der Antikörperspiegel im Blut oft schnell abfällt.2 Zudem muss das Risiko einer fehlgeleiteten zellulären Abwehrreaktion in aufwändigen Testreihen ausgeschlossen werden.
Mehrere Projekte (beispielsweise von Novavax und der University of Queensland) entwickeln aktuell Spaltimpfstoffe mit Virusprotein. Totimpfstoffe werden routinemäßig für verschiedene Krankheiten eingesetzt (z. Bsp: Kinderlähmung, FSME, Tollwut, Fleckfieber, und Hepatitis A).

2. Lebendimpfstoffe

Für die Herstellung von Lebendimpfstoffen benötigt man Viren, die sich schnell vermehren, jedoch keine Erkrankung auslösen. Diese harmlosen Viren erhält man durch den Prozess der Attenuierung (lat. attenuare: schwächen). Dabei mutiert der Erreger wiederholt in Zellkulturen und wird entsprechend seiner Eigenschaften selektiert. Bis ein Erreger ohne krankmachenden Eigenschaften gefunden wurde, kann es Jahre dauern.2 Schneller geht es, wenn bereits modifizierte, harmlose Viren von anderen Impfstoffen an den aktuellen Erreger angepasst werden. Dabei werden die Oberflächenproteine der sogenannten Vektorviren (etwa das Modifizierte Vaccinia-Virus Ankara oder das Virus des Masernimpfstoffs1) gegen SARS-CoV-2-Proteine ausgetauscht. Das Immunsystem baut nach der Impfung einen Immunschutz auf, der auch eine echte Infektion abwehren kann.
Vorteilhaft ist eine langandauernde Immunität durch Lebendimpfstoffe, sowie die gute Zusammenarbeit mit dem Immunsystem auf Zellebene. Problematisch ist vor allem die aufwändige Entwicklung und Produktion solcher Impfstoffe.
Das Projekt der University of Oxford ist als bislang einzige Studie mit einem vektorbasierten Lebendimpfstoff bei Versuchen an Patienten angelangt. Lebendimpfstoffe werden vielfach gegen andere Krankheiten eingesetzt (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Gelbfieber).

3. Genbasierte Impfstoffe

Genbasierte Impfstoffe sind eine Erfindung der letzten Jahre. Bei dieser experimentellen Form des Impfens werden ausgewählte Teile der Virus-DNA oder stabilisierte mRNA des jeweiligen Antigens verimpft. Diese sollen im Körper ungefährliche Virusproteine bilden, die wie bei einem konventionellen Impfstoff den Immunschutz bewirken. Klassische Nebenwirkungen können nach aktuellem Forschungsstand bei dieser Methode nicht auftreten. Zwar wurden noch keine Impfstoffe mit diesem Verfahren zugelassen, es gibt aber Anwendungen in der Krebstherapie und Infektionsprophylaxe.
Der große Vorteil genbasierter Impfstoffe ist die schnelle und unkomplizierte Produktion von Impfdosen in großem Massen.1. Manche Experten vermuten aber, dass es noch einige Jahre dauern würde, bis genbasierte Impfstoffe Marktreife erlangen. Damit käme die Entwicklung zu spät für die aktuelle Pandemie. Obwohl bisher noch kein derartiger Impfstoff zugelassen wurde, verfolgen viele Unternehmen und Institute weltweit diesen Ansatz, so etwa CureVac, Fosun Pharma, Moderna und Inovio.

Welcher der drei Ansätze am schnellsten die Bevölkerung mit Impfdosen versorgen kann, ist schlecht absehbar. Genbasierte Impfstoffe böten eine reizvolle technische Alternative zu traditionellen Impfstofftypen. Falls der Versuch jedoch nicht gelingt, ist es sicher gut, dass auch mittels anderer Prozesse Impfstoffe produziert werden.

(1) VFA – Die forschenden Pharmaunternehmen (2020): Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion. vfa.de.
(2) Werner Kellner (2009): Impfstoffe: Arten, Herstellung, Immunität, Adjuvantien. medhost.de.

Spritze mit Impfstoff gegen SarsCov-2

Aktueller Stand der Corona-Impfstoff-Forschung

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Aktueller Stand der Corona-Impfstoffforschung

Ein Impfstoff für das SARS-2 Coronavirus würde eine akute Entspannung der weltweiten Lage in der Pandemie bedeuten. Doch wie ist der Stand der Dinge? Welche Institute und Unternehmen arbeiten gerade an Impfstoffen und wie weit sind sie dabei? Wann können wir mit ersten Ergebnissen rechnen?

Das SARS-2 Coronavirus ist erst etwa seit Neujahr bekannt und schon verzeichnet die WHO über 54 Impfstoffprojekte auf der ganzen Welt (Aufstellung vom 26.03.2020). Internationale Forschungseinrichtungen vernetzen sich dabei stark, etwa in der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). Gleichzeitig kann man einen Wettlauf um das Monopol beim Verkauf des erwarteten Wirkstoffes beobachten. In der Folge wurden Impfstoffe wohl noch nie so schnell entwickelt wie jetzt.

Entwicklung auf Hochtouren

Normalerweise dauert es bis zu 20 Jahre und kostet bis zu einer Milliarde Euro einen neuen, sicheren und wirksamen Impfstoff zu entwicklen.3 Im aktuellen Fall geht es deutlich schneller, aus folgenden Gründen:

  • Wissenschaftler aus der ganzen Welt arbeiten gut vernetzt zusammen und publizieren ihre Ergebnisse oft direkt in Pre-Print-Journals. Dort sind sie schon während des wissenschaftlichen Begutachtungsprozess einsehbar.
  • Die finanzielle Unterstützung für internationale Forschungsprojekte ist immens. Alleine der deutsche Staat hat am 11. März 145 Millionen Euro zur Forschung zum Coronavirus bereitgestellt.
  • Neue Verfahren in der Entwicklung versprechen eine schnellere Produktion der Impfdosen. Dabei vervielfältigen die Forscher Teile der Erbinformation des Virus (DNA/mRNA) und verimpfen diese.
  • Impfstoff-Entwickler haben bereits Erfahrung mit Erregern aus der Familie der Coronaviren, etwa SARS-1 aus dem Jahr 2002. Die Zwischenergebnisse der damals gestarteten Projekte können sie heute verwenden.3

Phasen der Impfstoff-Entwicklung

Mit einem großflächig verfügbaren Impfstoff können wir trotzdem erst im Frühjahr bis Sommer 2021 rechnen. Das liegt daran, dass jeder Wirkstoff sechs Etappen durchlaufen muss. Erst dann ist er nachweisbar sicher und wirksam genug, damit man ihn in Deutschland verkaufen darf:

  1. Analyse des Virus: Die Forscher untersuchen Proben des Erregers im Labor, bis sie die Funktion und Struktur des Virus verstanden haben.
  2. Design des Impfstoffs: Je nach Art des Zielwirkstoffes (z. Bsp. Lebend- oder Totimpfung) machen sie den Erreger unschädlich oder verwenden einzelne Teile davon.
  3. Erprobung an Tieren: Anschließend testen sie, bei welchem Wirkstoff die Tiere die meisten Antikörper bilden und die wenigsten Nebenwirkungen haben.
  4. Erprobung an Freiwilligen: Nur wenige Wirkstoff-Kandidaten sind gut genug für den Test an Menschen. Zuerst impfen die Wissenschaftler einige  hundert Patienten, dann bis zu 20.000 Personen in großen Kohorten-Studien. Dabei erkennen sie auch seltene Nebenwirkungen.1
  5. Zulassungsverfahren: Die Europäische Medizinbehörde (EMA) prüft die Studienergebnisse. Dann stimmen das Komitee für Humanarzneimittel und die Europäische Kommission über die Zulassung Das dauert mindestens fünf Monate.1 Erst danach darf ein Wirkstoff in Deutschland verkauft werden.
  6. Massenproduktion: Je nach Impfstoffart kann es Monate dauern, bis genug Impfdosen produziert sind, um die Bevölkerung zu versorgen.

Wie weit sind wir schon?
Die am weitesten fortgeschrittenen Projekte starten gerade die Erprobung an wenigen Freiwilligen: In Deutschland testen die biopharmazeutische Unternehmen CureVac und BioNTech ihre Wirkstoffe. In Australien forschen Wissenschaftler der University of Queensland. Es laufen gleich vier US-amerikanische Studien der Biotechnologie-Firmen Moderna, Inovio und Novavax, sowie der Oxford University. Zusätzlich sind zwei chinesische Projekte der Firmen Fosun Pharma und CanSinoBIO weit fortgeschritten.2 Da die Bewilligung für neue Studien gerade ungewöhnlich schnell abläuft, kommen ständig weitere Untersuchungen dazu.

Welche dieser Firmen zuerst einen Impfstoff entwickelt, der günstig und schnell zu vervielfältigen ist, bleibt abzuwarten. Einen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch: In den größeren Kohorten-Studien der nächsten Monate können einige Risikopatienten schon vorab mit Impfstoffen behandelt werden.

Impfungen und andere inhaltlich anspruchsvolle Medizinthemen verständlich aufzubereiten, zählt seit vielen Jahren zu den Kernkompetenzen unseres Teams von Convergo. Wir informieren die breite Bevölkerung und auch Fachkreise.

(1) Josephine Mackensen (2020): Ein Impfstoff gegen Corona – warum das so lange dauert. SWR Wissen, swr.de.
(2) VFA – Die forschenden Pharmaunternehmen (2020): Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion. vfa.de.
(3) Juliane Gutmann (2020): Coronavirus: Erster Impfstoff-Test startet in den USA – Seuchenexperte äußert brisante Prognose. merkur.de.

Equipment zur Podcast-Aufnahme

Podcasts in Medizin und Wissenschaft

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So relevant sind Podcasts für Medizin- und Wissenschafts-Kommunikation

Durch die hohe Kontaktqualität und -intensität der Informationsvermittlung werden Podcasts zum effektiven Instrument der Produktinformation.

Christian Drosten hat in seinem Podcast “Corona-Virus-Update” vorgemacht, wie gute Wissenschaftskommunikation im Podcast funktionieren kann. Andere Forscher kommunizieren schon seit Jahren direkt mit der Öffentlichkeit und nutzen den Podcast als auditiven Science-Blog. Lesen Sie hier, welche Chancen und Vorteile das Medium für Wissenschafts-PR und auch kommerzielle Nutzung bietet.

Podcast – was ist das?

Podcasts sind vor allem eines: vielseitig. Es handelt sich typischer Weise um themenspezifische, über das Internet verbreitete Audiobeiträge, die in regelmäßigen Abständen auf einer Homepage oder in einer App (sogenannte “Podcatcher”) bereitgestellt werden. Die Episoden erreichen den User automatisch und können mobil gehört werden. Podcasts sind fast immer kostenlos und finanzieren sich über Werbung bzw. Sponsoring, Spenden der Hörer oder aus dem PR-Budget des produzierenden Unternehmens  bzw. Instituts. Teils ergänzen die Tonspuren Videos, Grafiken, Weblinks oder Lesezeichen, die das Medium visueller und interaktiver gestalten.
Thematisch decken die heute über 700.000 aktiven Podcasts weltweit1 selbst kleinste Spezialinteressen ab, auch und besonders die meisten wissenschaftlichen Fach-Disziplinen. Wissen(schafts)podcasts legen dabei ihren Fokus neben Wissensvermittlung auch auf Verständnis des Wissenschaftssystems, Unterhaltung und/oder Diskussion.

Bedeutung

Voraussetzung für die Verbreitung von Podcasts waren einerseits digitale Audio-Formate wie MP3 und andererseits das Internet als Verbreitungsmedium. Seither wächst der Markt exponentiell und hat im Jahr 2019 bereits 26% der Deutschen bzw. 37% der Amerikaner erreicht.2
Seit einigen Jahren lässt sich eine „zweiten Welle“ der Podcast-Produktion beobachten, die den Fokus auf gezielte und systematische Nutzung des Mediums zur kommerziellen Anwendung richtet. Neben Privatpersonen kommunizieren nun etwa Radiosender, Zeitungen, Magazine und Museen über Podcasts – als Ergänzung zu ihren traditionellen Veröffentlichungen. Auch wissenschaftliche Fachzeitschriften haben das Medium für sich entdeckt und interviewen die Autoren neuer Artikel oft zeitgleich zur Publikation im journal-eigenen Podcast.3 Und auch die Industrie mischt mit: Die meisten großen Marken aus Deutschland und der Welt haben einen eigenen Podcast, unter anderem auch Apple (AppleInsider Podcast), Google (Google Method), Coca-Cola (Auf ne Coke mit…), und Mercedes Benz (Mercedes Benz: Die Zukunft der Mobilität).

Statistik: Diese Themen hören Deutsche in Podcasts 2018

Zielgruppe Podcast-Hörer

Der durchschnittliche Hörer eines Podcasts ist tendenziell jünger als die Gesamtbevölkerung und besser gebildet. Mehr als zwei Drittel der Hörer ist unter 50 Jahre alt und 79% haben zumindest einen Schulabschluss der mittleren Reife.4 Männer und Frauen hören seit einigen Jahren ähnlich oft zu, obwohl sich das Geschlechterverhältnis je nach Thema sehr unterscheidet. Am häufigsten hören die Deutschen Podcasts zu Nachrichtenthemen, gefolgt von Musik sowie Wissenschaft und Technik. Die Episoden werden häufig unterwegs und in Wartesituationen gehört und zwar zumeist über das Smartphone. Studienergebnisse zeigen außerdem, dass sich Podcast-hörer auch  durch eine hohe Werbeakzeptanz auszeichnen: So gaben 87 Prozent der Befragten an, Werbung im Umfeld der Podcasts zu akzeptieren, um den kostenfreien Zugang auch weiterhin zu ermöglichen.4 Damit werden Podcast-Hörer zu einer attraktiven Zielgruppe für kommerzielle Interessen.

Chancen-Analyse

Podcasts sind ein unkompliziertes Medium in dem Sinne, dass sowohl die Produktion als auch die Nutzung mit wenig Aufwand verbunden sind: Die Aufnahme an sich ist schnell und kostengünstig erledigt und benötigt kaum technische Geräte; Das Hochladen auf den Plattformen erfolgt im Regelfall in wenigen Sekunden und ist kostenlos. Gleichzeitig erfolgt das Hören ganz nutzerfreundlich und voraussetzungsarm in Abos auf dem Smartphone; Die Episoden stehen unabhängig von traditionellen Sendeplänen bereit, wann und wo der Hörer gerade ist.5 Das Medium schafft eine enge und dauerhafte Kommunikationsbeziehung zwischen Anbieter und Nutzer, die gleichzeitig flexibel an die Zielgruppe angepasst und durch (Audio-)Kommentare interaktiv gestaltet werden kann.6
Durch die hohe Kontaktqualität und -intensität der Informationsvermittlung werden Podcasts zum effektiven Instrument der Produktinformation, in dem komplexe Sachverhalte zielgruppenspezifisch vermittelt und vertieft werden können. Zudem eröffnen sie neue Möglichkeiten in der internen Kommunikation über Schulungs- oder Motivations-Podcasts für die Mitarbeiter.
Die Herausforderung bei der Gestaltung eines Podcasts liegt dabei weniger in der technischen Umsetzung, als in der Erstellung von interessantem Content. Unser Team der Content-Agentur Convergo berät Sie gerne, wie Sie Ihre Zielgruppe mit Podcasts optimal erreichen können.

(1) Diana Ribeiro (2019): Sound, microphone, action: Podcasts for medical writers. Apothecary Medical Writing 28(4), Cascais, Seite 50-52.
(2) L. Rabe (2019): Statistiken zum Thema Podcasts. Statista.com.
(3) Andreas Vilhelmsson und Meredith Whitaker (2019): Podcasts – an underestimated tool of science communication, Early Career Research Community.
(4) Bernard Domenichini (2018): Podcastnutzung in Deutschland. Ergebnisse einer empirischen Studie. Media Perspektiven 2/2018.
(5) Alexander Klee (2008): Podcasts als Kommunikationsinstrument. In: Berthold H. Hass, Gianfranco Walsh et al: Web 2.0. Neue Perspektiven für Marketing und Medien, Springer, Seite 153-170.
(6) lenia Picardi, Simona Regina (2008): Science via podcast. Journal of Science Communication 7(2).

Nanoflights – mit dem Hubschrauber durch den Mikrokosmos

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Nanoflights – mit dem Hubschrauber durch den Mikrokosmos

Neue Technik liefert spektakuläre Eyecatcher und mehr Pep für die Visualisierung medizinisch-wissenschaftlicher Themen.

Kommt Ihnen das bekannt vor: Sie investieren viele Ressourcen in die Produktion von Fotos, Grafiken oder Video-Material, um dem wachsenden Trend zur Visualisierung von Content und Botschaften gerecht zu werden. Nur leider wird es nirgendwo gedruckt, gepostet oder gesendet. Könnte daran liegen, dass sich die Bilder nicht von dem unterscheiden, was der Wettbewerb produziert oder was Journalisten wirklich wollen. Nanoflights sind anders.

Nanoflights® – faszinierender „Hubschrauberflug“ im Mikrokosmos

Zuerst die nüchternen Fakten: Die Nanoflight-Technologie kombiniert ein modernes Rasterelektronenmikroskop (REM) mit einem in acht Achsen auf wenige Nanometer genau bewegbaren Objekthalter. Damit lässt sich jedes Objekt im Elektronenstrahl des REM bewegen und abfotografieren. Soweit so gut. Viel interessanter ist aber, was man damit tun kann. Denn plötzlich erscheint eine winzige Darmzotte als unüberwindbarer Berg, Bakterien und Zellen haben die Größe eines Hauses und ziehen während des Fluges unter einem vorbei. Wie im Hubschrauber. Und das fotorealistisch und farbig.

Einsetzbar in vielen Branchen

Einen besonderen Wert haben Nanoflights für Branchen wie Pharma, Medizin, Biotechnologie, Life Science, Chemie oder Materialwissenschaft. Hier stehen Abteilungen häufig vor der Herausforderung, Interesse für ihre Themen bei den relevanten Stakeholdern zu generieren. Zudem müssen sie komplizierte Sachverhalte vermitteln, sei es einem sehr speziellen Fach- oder dem breiten Laienpublikum. Beides wird eindrucksvoll durch Bilder unterstützt, erst Recht wenn sie sich bewegen. Nicht nur Meinungsbildner oder  Journalisten sind von den Bildern und Videos begeistert. Nanoflights finden weitreichende Verwendung, z.B. auf Kongressen, Präsentationen, online-Portalen  oder als TV-Footage.

Und den Einsatzbereichen sind fast keine Grenzen gesetzt: Zellen, Bakterien, jede erdenkliche Produktoberfläche (Computerchips, Kristalle, Metalle etc.), Lebewesen (Bienen, Zecken, Würmer, Flöhe) oder Pflanzen und deren Bestandteile können zu neuem Leben erweckt werden. Alles was kleiner als 2cm ist und sich präparieren lässt kann dargestellt werden.

Proof of Concept: Redaktionsmailing Zecken-Nanoflights

Zecken sind wichtig als Überträger verschiedener humanpathogener Erreger. Alle Jahre wieder im Frühjahr sind die Parasiten Protagonisten von Informationskampagnen rund um die gesundheitlichen Gefahren, die von ihnen ausgehen, und wie man sich davor schützen kann. Alle Jahre wieder – eine ziemliche Herausforderung für jede PR-Abteilung, in der Themensetzung dennoch erfolgreich zu sein.

Ein Mailing an Fernseh-Redakteure verbunden mit dem Angebot solche Sequenzen für die Berichterstattung nutzen zu dürfen, erzeugte eine Responsequote von über 30 Prozent. Am Jahresende wurden 53 TV-Sendungen gezählt, die das ungewöhnliche Material für ihre Berichterstattung eingesetzt hatten. Von der Nachrichtensendung bis zum Boulevard-Format. Nicht zu vergessen die weitreichenstarken online-Portale und Nachrichtenagenturen, die ebenfalls gerne nanoflights verwendet haben.

 Beispiele für nanoflights finden Sie hier.

Social Media-Echo von convergo

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Social Media-Echo von convergo

Was Patienten in den Social Media zu meiner Indikation sharen, zwitschern und liken

Was für das neue Smartphone, die kommende Reise und das Restaurant am Abend schon lange gilt, trifft immer stärker auch auf den Gesundheitsmarkt zu: Patienten tauschen sich online aus und teilen ihre Erfahrungen. Ist Amazon die Anlaufstelle beim Smartphone, Holiday Check bei der Reise und Google-Places beim Restaurant, gestaltet sich die Identifikation der Plattformen digitaler Patienten schwieriger. Schreiben Patienten bei Facebook über Fußpilz oder Impotenz? Outet man sich bei Instagram als Patient einer seltenen Erkrankung? Wo tauscht sich meine Zielgruppe wirklich aus und vor allem: was bewegt sie?

Antworten auf diese Fragen liefert ein Social Media Monitoring. Beim Social Media Monitoring werden die sozialen Medien nach Informationen und Nutzerprofilen durchsucht, die für ein Unternehmen relevant sind. Im Gegensatz zu Social Media Analytics analysiert das Monitoring nicht die eigenen Auftritte der Unternehmen in sozialen Medien, sondern beobachtet jedes soziale Medium als Ganzes – mit allen darin befindlichen Profilen und Auftritten.

Das Social Media-Echo am Beispiel Kopfläuse

Eine Analyse des sensiblen Themas „Kopfläuse“ zeigt beispielsweise, dass Foren eine zentrale Austauschplattform für Betroffene sind. Alleine beim Fragen-Antworten-Portal „gutefrage.net“ wurden 2017 zu diesem Thema 174 Beiträge eingestellt. Spitzenreiter ist aber das soziale Netzwerk Facebook mit 817 Treffern. Bei der qualitativen Analyse der Treffer lässt sich allerdings feststellen, dass bei Facebook nicht betroffene Eltern kommunizieren, sondern Fanseiten von Apotheken, Gesundheitsmagazinen und Eltern-Communitys. In Foren dagegen äußert sich die Zielgruppe – betroffene Eltern – direkt. Neben Erfahrungsberichten zu Produkten taucht auch immer wieder die Frage nach Informationsmaterial auf. Doch auch das: Wie soll man Eltern von Kindern ansprechen, die Kopfläuse haben.

Dieser kleine Einblick lässt erahnen, welches Potenzial in einer qualitativen Analyse des digitalen Patienten liegt. Lassen Sie dieses Potenzial nicht ungenutzt, zumal eine Auswertung kein Vermögen kostet, aber essentielle Einblicke und Erkenntnisse liefert. Sprechen Sie uns an!

Weitere Informationen

Social Listening – Herunterladen

Social Media Symbole auf einem Smartphone

Von den Besten lernen: Pharma und Social Media: Es geht doch!

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Von den Besten lernen

Pharma und Social Media: Es geht doch!

Die ungemeinen Stärken von Social Media werden von den großen Branchen in Deutschland bereits seit Jahren verstärkt genutzt – mit einer Ausnahme: den Pharmaunternehmen. Auch hier bestimmen Ausnahmen wie die Männergrippe-Kampagne von MCM Klosterfrau die Regel. Doch ist es vorwiegend der OTC-Bereich, der Facebook, Instagram und Co. bespielt. Indikationen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten begnügen sich häufig mit Aufklärungsvideos bei YouTube. Zu groß ist die Sorge vor Nebenwirkungsmeldungen, einem Shitstorm oder einem aufwendigen Community-Management. Dass es aber auch anders geht, zeigt die crossmediale Kampagne von Merck zur Aufklärung über Multiple Sklerose.

Ernstes Thema, richtiger Ton – Content Marketing at its best

Dreh und Angelpunkt der Kampagne von Merck ist das Onlinemagazin leben-mit-ms.de. Die Webseite dient als zentrale Content- und Serviceplattform. Im Mittelpunkt steht nutzwertiger und gut aufbereiteter Content zur gesamten Lebenswelt eines MS-Patienten. Darüber hinaus verfügt die Seite über einen Klinikfinder, einen regelmäßig erscheinenden Newsletter, eine bis 20 Uhr erreichbare Hotline, regionale Infotage und einen Online-Therapiecheck. Doch gute Patientenwebseiten haben mittlerweile viele Pharmaunternehmen. Beeindruckend an der Merck-Kampagne ist die crossmediale Verknüpfung mit Facebook.

Leben-mit-MS bei Facebook: Wollen Betroffene das?

Mag Facebook in den letzten Jahren erwachsener geworden sein, so ist es für die meisten Deutschen nach wie vor eine Spaßveranstaltung. Geteilt werden lustige Memes, Urlaubsbilder und ja: Katzenvideos. Wollen Deutsche in dieser digitalen, nicht vergessenden Welt wirklich über schwere Erkrankungen sprechen? Sich als Patient outen? Sich über Erkrankungen informieren? Wollen Sie! Das zeigt zumindest der Facebook-Auftritt von Merck zu Multipler Sklerose. Die harten Fakten: Erstellt wurde die Seite am 7. September 2016. Die Seite hat 13.948 Gefällt-mir-Angaben (Stand 25.10.2018) und eine Netiquette mit den pharmaüblichen Hinweisen.

Die Interaktionsrate beeindruckt

Aussagekräftiger als die Rahmendaten ist der Blick auf die Interaktion. Wie für eine Facebook-Kampagne üblich – gerade im ersten Kampagnenjahr – werden die Seite und ihre einzelnen Beiträge aktiv beworben. Klassische Ads sind allerdings auch nötig, will man in der Contentvielfalt bei Facebook nicht untergehen. Doch Werbung hin oder her: Ein Blick auf die letzten 10 Beiträge der Seite zeigt, dass Merck die richtigen Menschen erreicht und die richtigen Inhalte liefert. Gepostet wird bei Merck 7 bis 10 Mal im Monat. Dabei erhält ein Beitrag im Schnitt 351 Emoji-Reaktionen, 45 Kommentare und wird ca. 90 Mal geteilt. Trotz eines hochsensiblen Themas und einer sehr spezifischen Zielgruppe kommt es also zu einer hohen Interaktionsrate.

Das Community Managment

Auch im Hinblick auf das Community-Management hat Merck seine Hausaufgaben gemacht. Auf Fragen erfolgt innerhalb eines Werktages Rückmeldung, der Ton ist stets angemessen und auf den Fragenden zugeschnitten. Was besonders beeindruckt: Auf der Facebook-Seite von Leben-mit-ms hat sich eine echte Community entwickelt. Es werden sich gegenseitig Selbsthilfegruppen, Bücher und Einrichtungen empfohlen, man gibt sich hilfreiche Tipps für den Alltag und spricht sich gegenseitig Mut zu.

Corssmedial ist das Zauberwort

Wer den Schritt in die Social Media wagt, macht häufig einen Fehler: er betrachtete und behandelt einzelne Kanäle unabhängig voneinander. Dabei sind gute und vor allem erfolgreiche Social Media Kampagnen vor allem eines: crossmedial. So werden die Stärken der einzelnen Kanäle (YouTube = Bewegtbild, Twitter = Contenthäppchen, Instagram = Bild/ Video) richtig eingesetzt und mehrverwertet. Zusätzlich spielen sich die einzelnen Auftritte einer Kampagne die Besucher gegenseitig zu und Themen werden von verschiedenen Blickwinkeln aus beleuchtet.

Bei der Kampagne von Merck ist das Content-Flaggschiff das Onlinemagazin leben-mit-ms.de. Doch auch YouTube wird verstärkt eingebunden. So wurden Aufklärungsvideos mit Dr. Wimmer, der aufgrund seiner Präsenz in der NDR Sendung „Visite“ bundesweite Bekanntheit besitzt, für YouTube gedreht. Zusätzlich werden diese Videos bei Facebook und auf der Webseite sinnvoll und crossmedial eingebunden.

Eine crossmediale Kampagne wie Merck sie umgesetzt hat, ist kosten- und zeitintensiv. Doch was ist der kurz- und mittelfristige Nutzen? Zu den Vorteilen zählen:

  • Der Aufbau einer aktiven Community.
  • Ein authentischer und exklusiver Zugang zur Kernzielgruppe.
  • Die Positionierung als Experte und Servicepartner.
  • Eine Steigerung der Glaubwürdigkeit.
  • Eine stärkere Patientenbindung, was gerade bei einer High Involvement Entscheidung wie der Gesundheit essentiell ist.

Bei Risiken und Nebenwirkungen…

Beim Thema „Social Media“ wird von Seiten der Pharmaindustrie unweigerlich das Thema Nebenwirkungsmeldungen auf die Agenda gesetzt. Diese Reflexhandlung ist durchaus nachvollziehbar – immerhin schreibt §63 AMG den Umgang in Bezug auf Meldefrist und Co. eindeutig vor. Doch wie sieht es bei der Merck Kampagne aus? Wir konnten bei den Community-Beiträgen zwei solcher Nebenwirkungsmeldungen ausfindig machen. Auf diese wurde durch das Facebook-Team unmittelbar und professionell geantwortet. Aus eigener Erfahrung und mit Blick auf die Kampagne lässt sich festhalten: Ja, es kann Nebenwirkungsmeldungen geben. Beim richtigen Umgang mit Social Media kommt es allerdings zu einer permanenten Beobachtung der Aktivitäten durch Fans und Besucher um eine zeitnahe Reaktion zu gewährleisten. Nicht zuletzt ermöglicht ein vorab definiertes Vorgehen im Fall von Nebenwirkungsmeldungen ein schnelles und gesetzeskonformes Eingreifen.

Die Pressemitteilung ist tot. Es lebe die Pressemitteilung!

By | Blockbuster

Die Pressemitteilung ist tot. Es lebe die Pressemitteilung!

Digitale Medien verändern den Charakter des PR-Instruments „Pressemitteilung“

Bereits 2006 beklagte Ex-Financial Times-Journalist Tom Foremski in einem saftigen Meinungsbeitrag mit der unmissverständlichen Headline „Die! Press release! Die! Die!“ vor allem die fehlende Relevanz vieler Botschaften und die Selbstreferenzialität vieler Texte, in denen Eigenlob der Absender an die Stelle von relevantem Inhalt für die Empfänger tritt.1

Klassische Pressemitteilung vs. Social Media Release? Das ist nicht die Frage.

Heutzutage ermöglichen Soziale Medien wie Facebook, Twitter, Instagram oder LinkedIn und digitale Plattformen Pressestellen und PR-Fachleuten ein breiteres Kommunikationsspektrum. Die „Social Media Release (SMR)“ – ein digitaler Pressetext, der sich mit verschiedenen Multimedia-Elementen wie Slideshows, Podcasts, (Info-)Grafiken, Fotos und Audio-/Videofootage kombinieren lässt – ermöglicht eine breitere Zielgruppenansprache und bedient gezielt die Option der aktiven Weiterverbreitung der Inhalte (neudeutsch: Sharing); ein wesentlicher Unterschied zur klassischen PM besteht darin, dass nicht eine Redaktion als Entscheidungsinstanz darüber bestimmt, ob Inhalte überhaupt weiter verbreitet werden oder nicht. Die SMR erlaubt eine dialogorientierte, symmetrische Kommunikation mit den Zielgruppen; auf diesen Kanälen können Unternehmen z.B. direktes Feedback von Konsumenten zu ihren Produkten und Serviceleistungen bekommen – das gilt auch für Pharmaunternehmen z.B. bei nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln im OTC-Bereich oder hinsichtlich Serviceleistungen wie z.B. Healthcare-Apps, die die Patienten-Compliance bei Rx-Medikamenten erhöhen können.

Die richtige Balance zwischen klassischer und Social Media / Online-Pressemitteilung macht‘ s

Pressestellen und PR-Fachleute müssen bei dialogorientierter Zielgruppenansprache – im Gegensatz zur klassischen Presseansprache – mit dem Kontrollverlust über ihre Unternehmensbotschaften umgehen lernen. Reaktionsfähigkeit sowie personelle und strukturelle Ressourcen in den Kommunikationsteams sind die Voraussetzung, um symmetrische Kommunikation mit relevanten Zielgruppen mit Leben zu füllen. Letztendlich spiegelt ein intelligenter Mix aus klassischer Pressemitteilung und digitaler Kommunikation auch das facettenreiche Nutzerverhalten innerhalb der Zielgruppen.

Foremski, T. (2006). Die! Press release! Die! Die! Die! Von Silicon Valley Watcher. http://www.siliconvalleywatcher.com/mt/archives/2006/02/die_press_relea.php, abgerufen am 14.09.2018.